Projekt

”Europa muss, ehe es zur militärischen Allianz oder zum wirtschaftlichen Bündnis wird,

vor allem eine kulturelle Gemeinschaft im höchsten Sinne des Wortes bilden.„

Robert Schuman, Für Europa, 1. Aufl., Hamburg, Genf, Paris 1963

 

Räume der Grenze-Cultures Transfrontalières ist der aus einem Forschungsprojekt hervorgegangene Prototyp eines grenzübergreifenden Wissenschaftsportals mit Schwerpunkt Kultur.
Gegenstand und Ausgangspunkt sind die Großregion Saarland-Lothringen-Luxemburg-Rheinland-Pfalz-Wallonien, eine vielleicht einzigartige Kulturlandschaft im Sinne der UNESCO und eine exemplarische Kulturgemeinschaft im Sinne von Robert Schuman an der Schnittstelle der Binnengrenzen rund um Schengen in der Mitte Europas.

Neu an der der Regionalpolitik ist seit den 1970er Jahren ihr transnationaler Ansatz, vertreten wird er vom Gipfel der Großregion seit den 1990er Jahren, eine erste Charta zur kulturellen Zusammenarbeit erschien 1995. 2003 wurde diese in der Vision 2020, einem Papier des Gipfels, weiter ausgearbeitet. Aus dieser (kultur)politischen Vorarbeit ging 2007 die erste grenzübergreifende Kulturhauptstadt Europas hervor, „Luxemburg und Großregion“. Das auf seine Art bis einzigartig gebliebene Projekt machte deutlich, dass sich die kulturellen Besonderheiten dieses Territoriums, das sich aus verschiedenen Grenzgebieten zusammensetzt, nur über eine besondere Methode erschließen lassen.

Zu diesem Zweck haben Sylvie Grimm-Hamen und Eva Mendgen als deutsch-französisches Paar die Website Räume der Grenze-Cultures Transfrontalières initiiert. Wir möchten die Potenziale der Großregion als Mittlerin zwischen Deutschland und Frankreich in der Mitte Europas verstehen lernen und mit unserer Arbeit einen Beitrag zur kulturellen Bedeutung von Grenzgebieten ganz allgemein leisten.

Nicht nur für uns, sondern auch für alle, die ihren Beitrag zu dieser Website geleistet haben, ist die  „Großregion“ ein Ort der realen Begegnung, ein Europa „vor der Haustüre“, wo unterschiedliche kulturelle, politische und ökonomische Modelle konkurrieren, koexistieren und nicht selten zu etwas ganz Neuem geführt haben – Beispiel Montanunion -, sondern auch heute noch führen. Sichtbar wird das in Spannungsräumen, die über die Grenzen hinweg entstehen, in besonderen Fertigkeiten, Chronologien, Biografien, Symbolen, Ressourcen, Denkmälern, Werkzeugen und Zielsetzungen.

An diesem Projekt beteiligen sich Forscher*innen, Wissenschaftler*innen benachbarter Nationalitäten und Disziplinen, Studierende, Vertreter*innen von Institutionen und der sogenannten Zivilgesellschaft, aber auch Freischaffende aus dem Bereich der Fotografie, der Grafik und des Designs, der Literatur und der Kunst und nicht zuletzt der Programmierung, ohne die der von uns vertretene ganzheitliche, künstlerisch-wissenschaftliche Ansatz nicht umzusetzen gewesen wäre.
Immer ging es darum, mit Grenzen zu arbeiten, sich von diesen inspirieren zu lassen, diese zu überschreiten, zu akzeptieren, um schließlich jenes Neuland zu entdecken, das unsere Zusammenarbeit freigibt, im Dazwischen, im Hüben und Drüben, im Hin und Her…

Von Eva Mendgen und Sylvie Grimm-Hamen, Saarbrücken & Nancy, 2021

 

 

 

[1]

Eva Mendgen (Hg.), Au centre de l’Europe…